Chevaulegersgewehr vor 1733

 

Gewehre ähnlicher Bauart sind immer wieder zu finden. Viele sind in Suhl hergestellt und dann in die "ganze Welt" geliefert, so dass ein regionaler Einsatzort nur schwer zu ermitteln ist.

Das Gewehr ist noch komplett in Eisenmontur gehalten und kommt aus Suhl. Der Lauf geht von eckig in rund über und das Schwanzschraubenblatt hat noch die frühe gerade Form. Vor dem Messingkorn, was sicher später angebracht wurde, ist noch die Kerbe für eine frühe eckige Warze - diente als Korn und Verriegelung für ein Bajonett - zu sehen. Die Riemenbefestigung am Vorderschaft und unter dem Kolben lässt schließen, dass es für die "berittene Infanterie" bestimmt war. Diese hatten meist ähnlich oder gleich lange Gewehre wie die normale Infanterie.

Die Kolbengravur kann als "Chevaulegers Garde" gedeutet werden. Die sichere Zuordnung nach Sachsen lässt sich durch das überkrönte AR auf dem Schwanzschraubenblatt festmachen, was für die Regierungszeit August des Starken(bis 1733) spricht.

Eine Bestandsaufnahme im Zeughaus 1734 beschreibt Restbestände an Gewehren mit Buchenschaft, eisernen Beschlägen und rundem Schloss. Sollte es sich um eines dieser Gewehre handeln, welche ans Zeughaus abgeliefert wurden, dann ist der Truppeneinsatz sicher um 1710 anzusetzen.

 

Gesamtlänge: 147,7 cm

Lauflänge: 109,5

Kaliber: 18,5 mm

Lauf: rund